Druckluft gehört zu den größten Stromverbrauchern in Industrie und Handwerk. In Deutschland kann der Austausch eines alten Kompressors durch eine effiziente Anlage über die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) bezuschusst werden. Zuständig für den Zuschuss ist das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).
EEW Modul 1: Querschnittstechnologien
Die EEW ist in mehrere Module gegliedert. Für Druckluft ist in der Regel Modul 1 „Querschnittstechnologien“ relevant. Laut BAFA gehören dazu unter anderem:
- hocheffiziente Drucklufterzeuger sowie deren übergeordnete Steuerung,
- hocheffiziente elektrische Motoren und Antriebe einschließlich Frequenzumrichter,
- Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung an bestehenden Anlagen, wenn die Wärme im Unternehmen genutzt wird.
Die geförderte Anlage muss eine bestehende Anlage im Unternehmen ersetzen. Für Kompressoren stellt das BAFA einen eigenen Vordruck „Herstellererklärung Kompressoren“ bereit.
Neben Modul 1 umfasst die EEW weitere Module, etwa für Mess-, Steuer- und Regelungstechnik mit Energiemanagement-Software (Modul 3) oder für die Optimierung von Anlagen und Prozessen (Modul 4). Welches Modul zu Ihrem Vorhaben passt, hängt vom Umfang des Projekts ab: Ein einzelner Kompressortausch ist ein anderer Fall als die Umstellung einer ganzen Druckluftstation.
Förderquoten und Grenzen (Stand der BAFA-Seite 2026)
| Punkt | Angabe des BAFA |
|---|---|
| Antragsberechtigt | ausschließlich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) |
| Förderquote kleine Unternehmen | 25 % der förderfähigen Investitionskosten |
| Förderquote mittlere Unternehmen | 20 % der förderfähigen Investitionskosten |
| Mindestinvestition | 2.000 Euro pro Maßnahme |
| Höchstbetrag | 200.000 Euro Zuschuss |
Laut dem Portal Energiewechsel des Bundeswirtschaftsministeriums können Unternehmen statt des BAFA-Zuschusses auch einen zinsverbilligten Kredit mit Teilschulderlass über die KfW wählen.
Die Bedingungen ändern sich regelmäßig. Maßgeblich sind die aktuelle Richtlinie, das Merkblatt und die Anlage zu Modul 1, die das BAFA auf seiner Seite veröffentlicht.
Reihenfolge: erst prüfen, dann bestellen
Bei Förderprogrammen entscheidet oft der Zeitpunkt. Prüfen Sie im Merkblatt des BAFA die Regeln zum Vorhabenbeginn, bevor Sie ein Angebot unterschreiben oder eine Bestellung auslösen. Für neue Anträge verweist das BAFA auf das Onlineportal der Förderzentrale Deutschland.
Ein sinnvoller Ablauf:
- Ist-Zustand der bestehenden Druckluftanlage erfassen.
- Fördervoraussetzungen und Unterlagen beim BAFA prüfen.
- Antrag stellen, gemäß den Vorgaben des Merkblatts.
- Anlage beschaffen und installieren, danach den Verwendungsnachweis einreichen.
Unsere Kompressoren und die Förderung
Der S 220 PM (22 kW, Permanentmagnetmotor, drehzahlgeregelt) ist der naheliegende Kandidat für ein Effizienzprojekt. Ob er im konkreten Fall förderfähig ist, muss anhand der technischen Anforderungen des BAFA und Ihres Projekts geprüft werden. Eine Förderfähigkeit ist nicht automatisch gegeben.
Wärmerückgewinnung ist ein eigenes Installationsprojekt (Wärmetauscher, Anbindung, Nutzung der Wärme). Wir prüfen es gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Installateur, abhängig von Ihrem Standort.
Zahlen vor dem Antrag
Ein Förderantrag ist leichter zu begründen, wenn der heutige Verbrauch bekannt ist. Unser Druckluft-Audit misst den tatsächlichen Bedarf Ihrer Anlage. Eine erste Schätzung liefern der Stromkostenrechner und der Rechner für Leckagekosten. Hintergründe finden Sie im Ratgeber zu den Stromkosten eines Kompressors.
Was wir tun, und was nicht
Förderbedingungen ändern sich: Die Förderfähigkeit wird vor der Bestellung geprüft, nicht danach. Wir unterstützen Sie bei den Unterlagen, indem wir technische Datenblätter, Herstellerangaben und Angebote zusammenstellen.
AIRSTAHL zahlt die Förderung nicht aus und garantiert keine Bewilligung. Über den Antrag entscheidet allein das BAFA (oder die KfW beim Kredit).