Druckluft ist in vielen Betrieben die teuerste Energieform und zugleich die am wenigsten überwachte. Der Kompressor läuft, die Luft kommt am Werkzeug an, also scheint alles in Ordnung. Ein Druckluftaudit zeigt, was tatsächlich passiert: wie viel Luft Sie erzeugen, wie viel davon verloren geht und was das kostet.
Für Betriebe in Deutschland
Unsere Audits führen wir in Frankreich durch. Für Betriebe in Deutschland arbeiten wir mit einem lokalen Partner oder werten aus der Ferne die Messwerte und Angaben aus, die Sie uns schicken. Nehmen Sie bitte zuerst Kontakt mit uns auf: Wir prüfen Ihre Anfrage und sagen Ihnen, welche Lösung für Ihren Standort möglich ist.
Warum ein Druckluftaudit
- Energie: Über die Lebensdauer eines Kompressors machen die Stromkosten den größten Teil der Gesamtkosten aus, deutlich vor Anschaffung und Wartung. Jede Verbesserung wirkt sich direkt auf die Stromrechnung aus.
- Leckagen: In schlecht gewarteten Netzen gehen durch Leckagen oft große Teile der erzeugten Luft verloren. Der Kompressor läuft dafür umsonst, auch nachts und am Wochenende.
- Zu hoher Druck: Ein Netzdruck über dem tatsächlichen Bedarf kostet in jeder Betriebsstunde Energie und erhöht die Leckageverluste.
- Druckluftqualität: Wasser oder Öl im Netz, ein zu kleiner Trockner, verstopfte Filter. Die Folgen sind Lackierfehler, beschädigte Werkzeuge und Stillstände.
- Druckbehälter und Prüfungen: Ein falsch dimensionierter Behälter lässt den Kompressor zu oft anlaufen, und jeder Druckbehälter unterliegt wiederkehrenden Prüfungen.
Drei Audit-Stufen, je nach Bedarf
Ein Druckluftaudit muss kein Großprojekt sein. Wir gehen schrittweise vor, und jede Stufe zeigt, ob sich die nächste lohnt.
Stufe 1: die Vor-Analyse
Eine Begehung des Kompressorraums und ein erster Rundgang durch das Netz. Wir erfassen die Betriebsstundenzähler (Gesamt- und Laststunden), die Leistung der Kompressoren, den eingestellten Druck sowie den Zustand von Kondensatableitern und Aufbereitung. Sie erhalten eine erste Schätzung Ihres Stromverbrauchs, der wahrscheinlichen Verluste und des Einsparpotenzials.
Stufe 2: eine Woche Messung
Datenlogger werden an jedem Kompressor und im Netz für eine volle Produktionswoche installiert, Wochenende eingeschlossen: elektrische Leistung, Last- und Leerlaufzeit, Druck. Das stündliche Verbrauchsprofil zeigt, was eine Begehung nur vermuten kann: Spitzen, Schwachlastzeiten, Verbrauch nachts und am Wochenende (oft Leckagen). Anschließend simulieren wir mögliche Lösungen, etwa einen drehzahlgeregelten Kompressor, mit Ihren eigenen Werten.
Stufe 3: das vollständige Anlagenaudit
Ein Audit der gesamten Kette, von der Erzeugung bis zur Anwendung, nach der Vorgehensweise der ISO 11011 (Bewertung der Energieeffizienz von Druckluftsystemen):
- Erzeugung: Effizienz der Kompressoren, Steuerung, Kühlung, Wärmerückgewinnung;
- Aufbereitung und Verteilung: Drucktaupunkt und Luftqualität nach ISO 8573-1, Druckverluste in Trocknern, Filtern und Leitungen, tatsächlich verfügbarer Druck an den Entnahmestellen;
- Anwendung: Leckageortung mit Ultraschall, jede Leckage markiert und ihr Volumenstrom geschätzt, unsachgemäße Nutzung (offene Blaspistolen, Kühlen mit Druckluft), tatsächlicher Druckbedarf jeder Entnahmestelle.
Der Bericht eines vollständigen Audits dient auch als Grundlage für ein Energiemanagement nach ISO 50001 und für Förderanträge, die eine vorherige Analyse verlangen.
Was wir untersuchen
- Die Maschinen: Modelle, Leistung, Alter, Betriebsstunden und Laststunden.
- Die Druckluft-Bedarfsanalyse: Liefermenge im Tagesverlauf, Spitzen, Schwachlastzeiten, Verbrauch außerhalb der Produktion.
- Den Netzdruck: eingestellter Druck, tatsächlich verfügbarer Druck an den Entnahmestellen, Druckverluste in den Leitungen.
- Die Leckageortung: Verschraubungen, Schläuche, Schnellkupplungen, Kondensatablässe, Werkzeuge. Leckagen werden lokalisiert und nach Größe eingestuft.
- Luftqualität und Trocknung: Trocknertyp, Filtration, Wasser an den Entnahmestellen, gemessen an der Anwendung (Lackierung, Werkzeuge, Prozess).
- Den Kondensatablass: vergessene manuelle Ablässe, zeitgesteuerte Ablässe, die Druckluft verschwenden.
- Kompressorraum und Belüftung: Temperatur, Ansaugluft, Abführung der warmen Luft, Zugang für die Wartung.
- Wärmerückgewinnung: Die Abwärme eines Schraubenkompressors lässt sich unter Umständen zum Heizen eines Raums oder für Warmwasser nutzen.
Was Sie erhalten
Einen verständlichen schriftlichen Bericht mit:
- den Feststellungen, Bereich für Bereich;
- einer Liste von Maßnahmen nach Priorität, beginnend mit den günstigen (Leckagen beseitigen, Druck senken, Netz außerhalb der Produktion absperren);
- einer Schätzung der möglichen Einsparung je Maßnahme, berechnet aus Ihren Messwerten und Ihrem Strompreis;
- falls sinnvoll, einer Empfehlung für eine Maschine, die zu Ihrem Verbrauchsprofil passt.
Das Audit ist mit keiner Kaufverpflichtung verbunden. Ist Ihre Anlage richtig ausgelegt, steht das so im Bericht.
Wenn der Druckluftbedarf stark schwankt
Ein Kompressor mit fester Drehzahl wechselt zwischen Lastlauf, Leerlauf und Stillstand. Schwankt Ihr Verbrauch stark über den Tag oder die Woche, passt der S 220 PM, ein Schraubenkompressor 22 kW mit Permanentmagnetmotor und variabler Drehzahl, seine Drehzahl an die benötigte Liefermenge an. Das Audit zeigt mit Zahlen, ob sich diese Lösung für Sie lohnt.
So läuft es ab
- Ihre Anfrage: über das Formular auf dieser Seite oder die Seite Kontakt.
- Ein Gespräch, um Ihre Anlage zu verstehen: Anzahl der Maschinen, Verwendung der Druckluft, Arbeitszeiten, bekannte Probleme.
- Messwerte oder Vor-Ort-Termin: je nach Situation über einen lokalen Partner oder auf Grundlage der Daten, die Sie uns senden (Fotos, Betriebsstundenzähler, Druckwerte).
- Der Bericht: Wir besprechen ihn mit Ihnen und beantworten Ihre Fragen.
Preis: nach Angebot. Jede Audit-Stufe ist eine kostenpflichtige Leistung. Der Preis hängt von der gewählten Stufe, der Anzahl der Kompressoren und der Größe des Netzes ab: Sie erhalten das Angebot nach dem ersten Gespräch, bevor Sie sich festlegen.
Erste Schritte, die Sie selbst machen können
Schon vor dem Audit können Sie abschätzen, worum es geht:
- beziffern Sie Ihre Verluste mit dem Rechner Kosten von Druckluftleckagen;
- schätzen Sie die Stromkosten Ihres Kompressors mit dem Rechner Stromkosten Kompressor und lesen Sie unseren Ratgeber zu den Stromkosten eines Kompressors;
- gehen Sie bei stehender Produktion durch die Werkstatt, mit unserem Artikel Druckluftleckagen erkennen und beheben;
- prüfen Sie Ihr Leitungsnetz mit dem Beitrag Druckluftnetz ohne Leckagen;
- informieren Sie sich über die Vorschriften für Druckluftbehälter.
Förderung
Maßnahmen zur Energieeffizienz bei Druckluftanlagen können unter Umständen gefördert werden. Auf unserer Seite Förderung für Druckluft finden Sie, was für Ihr Vorhaben in Frage kommen kann.