Giesserei und Schmiede
Kompressor für Giesserei und Schmiede
Schraubenkompressor für Giesserei und Schmiede, für Kernmacherei, Formerei, Gussputzerei, Strahlen, Drucklufthämmer. Drehzahlgeregelte S-Serie bis zum S 220 PM.
In der Giesserei wird Druckluft in jedem Arbeitsschritt gebraucht. Sie schiesst den Sand in die Kernkästen, bewegt die Zylinder der Formmaschinen und Ausleerroste, treibt Schleifer und Meisselhämmer in der Gussputzerei an und beschleunigt das Strahlmittel in Strahlkabinen. In der Schmiede steuert sie die Zylinder von Pressen und Manipulatoren, bläst Zunder ab und sprüht Trennmittel auf die Gesenke. Und das in einer heissen, staubigen Halle, oft im Mehrschichtbetrieb.
Wie viel Druckluft braucht eine Giesserei oder Schmiede?
Addieren Sie den Verbrauch der Werkzeuge, die gleichzeitig laufen, und rechnen Sie einen Zuschlag dazu. Unser Konfigurator rechnet mit 25 % Reserve. In der Gussputzerei laufen die Schleifer fast ohne Pause: Setzen Sie sie mit 100 % an.
Beispiel einer Putzerei in einer Giesserei für mittelgrosse Gussteile (Richtwerte, bitte mit den Datenblättern Ihrer Werkzeuge abgleichen):
- 3 Druckluftschleifer mit je 450 l/min: 1.350 l/min
- 2 Meisselhämmer mit je etwa 400 l/min: 800 l/min
- Zylinder der Kernschiessmaschine und Blaspistolen: 300 l/min
- Summe: 2.450 l/min, mit 25 % Reserve also 3.060 l/min
Das passt zum S 220 PM mit 3,6 m³/min bei 8 bar (3.600 l/min). Für die Umrechnung von l/min in m³/min oder von bar in psi nutzen Sie unseren Umrechner für Liefermenge und Druck.
Druckluftstrahlkabinen für Sand- und Kugelstrahlen sind ein eigener Fall. Ihr Verbrauch hängt vom Düsendurchmesser ab und steigt, wenn die Düse verschleisst. Massgeblich ist der Wert des Kabinenherstellers für Ihre Düse. Eine Schleuderradstrahlanlage braucht dagegen wenig Luft: vor allem für die Abreinigung der Filter und für die Steuerung.
Viele Schmiedehämmer haben einen eigenen, eingebauten Verdichter. Prüfen Sie die Betriebsanleitung: In die Rechnung gehören nur Hämmer und Schlagwerkzeuge, die am Druckluftnetz hängen.
Welcher Kompressor für Giesserei und Schmiede?
- Kleine Schmiede oder Putzerei mit 1 oder 2 Plätzen: der S 150, ein Schraubenkompressor mit 15 kW, liefert 2,2 m³/min bei 8 bar. Das reicht für zwei Schleifer, eine Blaspistole und die Zylinder einer Presse, mit Reserve. Wer lieber eine einzige Maschine aufstellt, nimmt den K 150: derselbe Kompressor mit 340-L-Behälter, Kältetrockner und Filtration auf einem Rahmen.
- Giesserei mit Kernmacherei, Formerei und Putzerei im Parallelbetrieb: der S 220 PM, ein Schraubenkompressor mit 22 kW und Permanentmagnetmotor. Er liefert 3,6 m³/min bei 8 bar und 3,2 m³/min bei 10 bar. Die gesamte S-Serie ist drehzahlgeregelt: Stehen die Plätze zwischen zwei Abgüssen still, dreht der Kompressor herunter, statt im Leerlauf zu laufen.
- Betrieb im Zwei- oder Dreischichtbetrieb mit mehreren Strahlkabinen: Über 22 kW reicht die S-Serie bis 132 kW, auf Anfrage. Solche Anlagen planen wir als Industrieprojekt, mit Netz, Behältern und Druckluftaufbereitung. Ein Druckluft-Audit der bestehenden Anlage ist ein guter Anfang.
Welche Druckluftqualität für Giesserei und Schmiede?
- Wasser. Das ist das Hauptproblem. Feuchtes Strahlmittel klumpt, setzt das Dosierventil zu und kommt stossweise. Feuchter Kernsand hält schlecht. Auf gestrahltem Stahl kommt der Rost zurück. Sobald gestrahlt oder Kerne geschossen werden, gehört ein Kältetrockner hinter den Kompressor. Unser Beitrag welchen Drucklufttrockner wählen zeigt die Möglichkeiten.
- Öl. Unsere Kompressoren sind öleingespritzt. Für Werkzeuge und Zylinder reicht eine allgemeine Filtration. Zum Aufsprühen von Schlichten und Gesenkschmierstoffen setzen Sie Feinfilter direkt an der Entnahmestelle ein.
- Staub. Er kommt vor allem über die angesaugte Luft in den Kompressor: mehr dazu unten.
Verlangt ein Kunde oder ein Verfahren eine bestimmte Luftklasse, legen Sie diese mit unseren Technikern nach ISO 8573-1 fest. Unser Ratgeber zur Druckluftqualität nach ISO 8573-1 erklärt, wie man die Klassen liest.
Aufstellung und Wartung in heisser, staubiger Umgebung
- Ein eigener Raum. Stellen Sie den Kompressor nie neben Öfen, Giessplatz oder Putzerei. Ein geschlossener Raum mit Frischluftansaugung von der sauberen Gebäudeseite ist die richtige Lösung.
- Wärme abführen. Ein luftgekühlter Schraubenkompressor gibt viel Wärme ab. Führen Sie die Warmluft über einen Kanal nach aussen. Liegt die Raumtemperatur über 25 °C, verlangt der Konfigurator einen grösseren Trockner. Unser Beitrag zur Aufstellung im Kompressorraum nennt die Regeln für die Belüftung.
- Der Ansaugfilter. Formsand und Metallstaub wirken wie Schleifmittel. Prüfen Sie den Luftfilter deutlich öfter als in einer sauberen Werkstatt: Ein zugesetzter Filter lässt die Maschine heiss laufen und belastet das Öl mit Partikeln.
- Kondensat. Warme, feuchte Luft bringt viel Wasser. Ein automatischer Kondensatableiter am Behälter und an den Tiefpunkten des Netzes verhindert vergessenes Ablassen. Das Kondensat enthält Öl: Sammeln Sie es und lassen Sie es aufbereiten.
- Wartung. Bei unseren Schraubenkompressoren ist die erste Wartung nach 500 Betriebsstunden fällig, danach alle 1.500 Stunden, mit Erinnerung auf dem Steuerungsdisplay. Im Schichtbetrieb sind diese Stunden schnell erreicht: Halten Sie ein Wartungsset vorrätig. Die Kompressoren haben 2 Jahre Garantie, Ersatzteile bleiben 15 Jahre lieferbar.
Für die Auslegung starten Sie mit dem Konfigurator, schätzen die Energiekosten mit dem Stromkostenrechner und senden uns dann eine Angebotsanfrage mit der Liste Ihrer Arbeitsplätze.
Häufige Fragen — Giesserei und Schmiede
Welcher Kompressor für eine Giesserei?
Für eine Giesserei mit Kernmacherei, Formerei und Putzerei im Parallelbetrieb liefert der S 220 PM (22 kW, Permanentmagnetmotor) 3,6 m³/min bei 8 bar. Eine kleine Schmiede oder Putzerei mit 1 oder 2 Plätzen kommt mit dem S 150 aus, der 2,2 m³/min bei 8 bar liefert. Darüber reicht die S-Serie bis 132 kW, auf Anfrage.
Wie viel Luft braucht ein Druckluftschleifer oder Meisselhammer?
Unser Konfigurator rechnet mit 450 l/min für einen Druckluftschleifer. Ein Meisselhammer braucht als Richtwert etwa 400 l/min: Prüfen Sie das Datenblatt Ihres Werkzeugs. In der Putzerei laufen diese Werkzeuge fast durchgehend, also mit 100 % addieren und 25 % Reserve dazurechnen.
Brauche ich einen Trockner zum Strahlen?
Ja. Feuchtes Strahlmittel klumpt, setzt das Dosierventil zu und kommt stossweise, und auf gestrahltem Stahl kommt der Rost zurück. Ein Kältetrockner hinter dem Kompressor löst das Problem. Die K-Serie hat ihn bereits eingebaut, zusammen mit Behälter und Filtration.
Braucht ein Schmiedehammer einen Kompressor?
Nicht immer. Viele Drucklufthämmer für die Schmiede haben einen eigenen, eingebauten Verdichter. Prüfen Sie die Betriebsanleitung: Für die Auslegung zählen nur Hämmer und Schlagwerkzeuge, die am Druckluftnetz hängen.
Wie schütze ich einen Kompressor in einer heissen, staubigen Giesserei?
Stellen Sie ihn in einem eigenen Raum abseits von Öfen und Putzerei auf, mit Frischluft von der sauberen Seite und Warmluftabführung nach aussen. Prüfen Sie den Ansaugfilter deutlich öfter als in einer sauberen Werkstatt, denn Formsand und Metallstaub wirken wie Schleifmittel. Halten Sie die Wartungen nach 500 Stunden und danach alle 1.500 Stunden ein und haben Sie ein Wartungsset vorrätig.
Wie viele Schleifer kann ein Kompressor mit 22 kW versorgen?
Der S 220 PM liefert 3.600 l/min bei 8 bar. Mit Schleifern um 450 l/min, Meisselhämmern um 400 l/min und 25 % Reserve versorgt er etwa sechs Schleifer im Dauerbetrieb oder vier Schleifer und zwei Meisselhämmer. Rechnen Sie mit den Datenblättern Ihrer Werkzeuge nach, wie in unserem Beitrag wie viele Schleifer und Meisselhämmer an einem 22-kW-Kompressor.
Sollte ich den Kompressor auf 10 bar stellen, damit die Schleifer mehr Kraft haben?
Nein, ausser die Bedienungsanleitung verlangt es. Ein Schraubenkompressor liefert bei höherem Druck weniger Luft: Der S 220 PM fällt von 3,6 m³/min bei 8 bar auf 3,2 m³/min bei 10 bar, und sechs Schleifer passen nicht mehr. Fehlt am Leitungsende Druck, liegt es fast immer am Netz: zu dünne Rohre, zu kleine Schnellkupplungen, zu lange Schläuche. Beheben Sie das im Netz, bevor Sie die Einstellung ändern.
Warum muss man den Verschleiss der Strahldüsen im Blick behalten?
Weil der Luftverbrauch etwa mit dem Quadrat des Durchmessers steigt. Eine 6-mm-Düse, die auf 7 mm verschlissen ist, braucht etwa (7 ÷ 6)² = 1,36-mal so viel Luft, ein Drittel mehr: von 2.400 auf rund 3.270 l/min. Selbst der S 220 PM kommt dann nicht mehr mit, und der Druck an der Düse bricht ein. Messen Sie die Düse regelmässig und tauschen Sie sie, bevor sie einen Millimeter zugelegt hat: Das ist günstiger als ein grösserer Kompressor.
Die empfohlenen Modelle
22kW
S 220 PMSchraubenkompressor 22 kW mit Permanentmagnetmotor
Permanentmagnetmotor, 10 bar: die Industriemaschine der Baureihe.
15kW
S 150Schraubenkompressor 15 kW
Für Produktionsbetriebe und Nutzfahrzeugwerkstätten mit hohem Druckluftbedarf.
15kW
K 150Schraubenkompressor 15 kW 4-in-1
Kompressor, Druckbehälter, Kältetrockner und Filtration auf einem Rahmen, mit 15 kW.
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