In einem Werk stehen die Kompressoren oft dort, wo gerade Platz war: in einer Ecke der Halle, in einem fensterlosen Technikraum, in einem Anbau. Dabei entscheidet der Raum maßgeblich über die Lebensdauer der Maschinen, die Luftqualität und die Stromrechnung. Dieser Ratgeber zeigt, was für einen industriellen Kompressorraum vorzubereiten ist, ob er eine einzelne 30-kW-Maschine oder mehrere Kompressoren aufnimmt.
Wozu ein eigener Kompressorraum?
Die Drucklufterzeugung in einem eigenen Raum zusammenzufassen, hat vier Vorteile:
- Saubere, kühle Ansaugluft, fern von Staub, Lösemitteldämpfen und der Wärme der Produktion.
- Der Lärm bleibt außerhalb von Halle und Büros.
- Einfachere Wartung: alle Maschinen, Behälter, Trockner und Filter an einem Ort, gut zugänglich.
- Eine Anlage, die als Ganzes gesteuert wird, mit einer gemeinsamen Sammelleitung ins Netz und bei Bedarf einer übergeordneten Steuerung, die die Arbeit auf die Kompressoren verteilt.
Das Schema eines gut geplanten Raums
Darin findet sich die Druckluftkette in ihrer Reihenfolge: Erzeugung (1 bis 3), Speicherung (4), Aufbereitung (5 und 6), dann Verteilung ins Werk. Rundherum muss der Raum drei Ströme bewältigen: die einströmende Frischluft, die abziehende Wärme und das abzuleitende Kondensat.
Den Standort wählen
- Nahe an den großen Verbrauchern: Je kürzer das Netz, desto geringer Druckverluste und Leckagen.
- Auf einer ebenen, tragfähigen Bodenplatte, die Maschinen und volle Behälter trägt.
- Mit Zufahrt für die Anlieferung: Eine Maschine hoher Leistung kommt auf Palette; Tor und Weg müssen passen, und sie muss bewegt werden können.
- Frostfrei und vor großer Hitze geschützt: Ein Schraubenkompressor arbeitet in einem Umgebungstemperaturbereich, der auf seinem Datenblatt steht. Siehe Kompressor, Höhe und Hitze.
- Fern von Verschmutzungsquellen: Die Ansaugluft muss so sauber wie möglich sein. Staubige Ansaugluft verschleißt Filter und Öl viel schneller.
Wärme abführen: der am häufigsten vergessene Punkt
Fast der gesamte Strom, den ein Kompressor aufnimmt, wird zu Wärme. In einem geschlossenen Raum steigt die Temperatur schnell, der Kompressor schaltet auf Störung und das Öl altert schneller. Die Belüftung gehört in die Planung:
- Eine Frischluftöffnung unten, ausreichend groß, mit Gitter und bei Bedarf Filter.
- Eine Warmluftabführung oben, am besten über einen Kanal, der direkt an den Warmluftaustritt jedes Kompressors angeschlossen ist.
- Keine Rückströmung: Die abgeführte Warmluft darf nicht wieder angesaugt werden.
- Eine motorisierte Klappe kann die Warmluft im Winter in die Halle und im Sommer nach draußen leiten.
Diese Wärme ist kostenlose Energie. Sie kann eine Halle, ein Lager oder Brauchwasser heizen: siehe unseren Ratgeber Wärmerückgewinnung.
Kondensat aufbereiten
Ein Kompressor erzeugt ölhaltiges Wasser am Behälter, am Trockner und an den Filtern. Je größer die Maschine und je feuchter die Luft, desto größer die Menge.
- Automatische Kondensatableiter an jeder Sammelstelle, damit das Wasser nicht ins Netz zurückgelangt.
- Ein Öl-Wasser-Trenner: Ölhaltiges Kondensat darf nicht unbehandelt in die Kanalisation. Der Trenner hält das Öl zurück, das anschließend entsorgt wird.
- Gefälle und Ableitungen, die sich leicht kontrollieren lassen.
Siehe auch Wasser in der Druckluft und Kondensat ablassen.
Platz für die Wartung lassen
- Freiraum um jede Maschine, mindestens die vom Hersteller angegebenen Abstände, um Hauben zu öffnen und Filter, Öl und Abscheider zu wechseln.
- Zugang zu den Behältern für die vorgeschriebenen Prüfungen: siehe Vorschriften für Druckluftbehälter.
- Absperrventile an jedem Kompressor, Trockner und Filter, um an einem Element zu arbeiten, ohne das ganze Werk abzuschalten.
- Gute Beleuchtung und eine Steckdose für Werkzeug.
Strom und Steuerung
- Eine Einspeisung, die für die installierte Leistung ausgelegt ist. Das gesamte Schraubenprogramm von AIRSTAHL arbeitet mit 380 V Drehstrom.
- Eine Absicherung je Maschine, damit eine abgeschaltet werden kann, ohne die anderen zu stoppen.
- Eine übergeordnete Steuerung bei mehreren Kompressoren: Sie startet die Maschinen nach Bedarf und verteilt die Betriebsstunden. Siehe Druckluftstation.
Den Raum ans Netz anschließen
- Eine Sammelleitung, die die Luft aller Kompressoren aufnimmt und dann über Behälter und Aufbereitung führt.
- Rohrdurchmesser, berechnet für die gesamte Liefermenge, nicht für eine einzelne Maschine.
- Abgänge von oben an der Hauptleitung, damit Restwasser nicht zu den Verbrauchern läuft.
Details im Ratgeber Kompressor an das Druckluftnetz anschließen.
Checkliste vor der Installation
- Luftverbrauch gemessen oder geschätzt (mittlere und Spitzen-Liefermenge).
- Standort gewählt, Bodenplatte und Anlieferweg geprüft.
- Belüftung ausgelegt: Zuluft unten, Abluft oben, Kanäle.
- Kondensatableitung und Öl-Wasser-Trenner vorgesehen.
- Stromversorgung 380 V Drehstrom und Absicherung je Maschine.
- Wartungsabstände eingehalten.
- Sammelleitung, Behälter, Trockner und Filter in der richtigen Reihenfolge.
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