Für eine Offsetdruckmaschine legen Sie den Kompressor nach dem Luftverbrauch aus dem Aufstellungsdatenblatt der Maschine aus, addiert mit den übrigen Maschinen der Druckerei, plus rund 25 % Reserve. Im Rechenbeispiel unten laufen zwei Bogenoffsetmaschinen mit Peripherie an einem 4-in-1-Schraubenkompressor mit 7,5 kW. Nach der Liefermenge entscheidet vor allem eines: trockene Luft.
Dieser Beitrag behandelt die Druckmaschine selbst. Für die gesamte Druckerei siehe unsere Seite Kompressor für Druckerei und Verpackung.
Wofür braucht eine Offsetmaschine Druckluft?
Je nach Modell und Ausstattung versorgt die Druckluft einer Bogenmaschine:
- die Zylinder für An- und Abstellen von Druckwerken, Farb- und Feuchtwalzen;
- die Plattenklemmung und bei neueren Maschinen den automatischen Plattenwechsel;
- die Wascheinrichtungen für Gummitücher und Walzen;
- den Puderapparat in der Auslage, der das Druckbestäubungspuder mit Luft versprüht;
- Ausblaspistolen zum Reinigen rund um die Maschine.
Saug- und Blasluft am Anleger, die die Bogen trennt und transportiert, kommen meist von einer eigenen Pumpe, die mit der Maschine geliefert wird, und nicht aus dem Druckluftnetz. Prüfen Sie das in der Dokumentation: Nimmt Ihre Maschine sie aus dem Netz, ändert sich der Verbrauch grundlegend.
Die Berechnung Schritt für Schritt
Der Ausgangswert steht im Aufstellungsdatenblatt der Maschine: ein Verbrauch in l/min oder Nl/min und ein Mindestdruck am Anschluss. Fehlt er, fragen Sie den Hersteller oder den Monteur der Maschine.
Beispiel, nur als Richtwert: eine Druckerei mit zwei Druckmaschinen und einer Falzmaschine. Die Werte mit dem Vermerk „Annahme“ ersetzen Sie durch die Ihrer Datenblätter.
| Verbraucher | Anzahl | Verbrauch je Gerät | Summe |
|---|---|---|---|
| Bogenoffsetmaschine (Annahme) | 2 | 250 l/min | 500 l/min |
| Puderapparat (Annahme) | 2 | 50 l/min | 100 l/min |
| Falzmaschine, Zylinder und Blasluft (Annahme) | 1 | 60 l/min | 60 l/min |
| Ausblaspistole | 2 | 150 l/min, zu 50 % gerechnet | 150 l/min |
| Summe | 810 l/min |
- Addieren. Druckmaschinen und Puderapparate verbrauchen während des ganzen Fortdrucks Luft und zählen voll. Eine Ausblaspistole wird nur zeitweise genutzt: Unser Konfigurator rechnet sie zu 50 %, der Druckbehälter fängt die Spitzen ab. Summe: 810 l/min.
- Reserve aufschlagen. 810 × 1,25 = rund 1.010 l/min.
- Liefermenge beim richtigen Druck ablesen. Braucht die Maschine 6 bar am Anschluss, lässt ein auf 8 bar eingestellter Kompressor Luft für die Netzverluste. Der K 75 liefert 1,1 m³/min bei 8 bar, also 1.100 l/min.
Gibt Ihr Datenblatt die Liefermenge in m³/h oder cfm an, rechnet unser Umrechner Liefermenge und Druck sie in l/min um.
Welcher Kompressor für welche Druckerei?
- Eine oder zwei Maschinen, kein Kompressorraum: der K 75. 4-in-1-Schraubenkompressor mit 7,5 kW, 420-L-Druckbehälter, integriertem Kältetrockner und Filtration, laut Datenblatt 66 ± 2 dB(A).
- Drei Maschinen, oder zwei Maschinen plus Weiterverarbeitung: der K 110. 1,7 m³/min bei 8 bar, 340-L-Behälter, Trockner und Filtration integriert.
- Druckbehälter und Trockner bereits vorhanden: der S 110. Dieselbe Liefermenge als Einzelkompressor.
Eine Druckmaschine wechselt zwischen Einrichten und Fortdruck, der Verbrauch steigt und fällt über den Tag. Unsere drehzahlgeregelten Schraubenkompressoren folgen diesen Schwankungen, statt im Leerlauf zu laufen, wie unser Beitrag zur Drehzahlregelung erklärt.
Typische Fallen an der Offsetmaschine
- Wasser im Puderapparat. Feuchtes Puder verklumpt, verstopft die Düsen und legt sich ungleichmässig auf die Bogen. Ein Kältetrockner nach dem Kompressor und funktionierende Kondensatableiter lösen das Problem an der Quelle: siehe Wasser in der Druckluft.
- Öl und Partikel. Unsere Kompressoren sind öleingespritzt. Wo Luft nahe an den Bogen bläst, ergänzen Sie Feinfilter und legen die Druckluftqualitätsklasse mit unseren Technikern fest, mit Hilfe unseres Ratgebers zur ISO 8573-1.
- Der Druck an der Maschine. Ein langes oder zu knapp dimensioniertes Netz lässt den Druck abfallen. Setzen Sie ein Manometer am Maschineneingang und vergleichen Sie mit dem Mindestdruck laut Datenblatt.
- Spitzen beim Einrichten. Ein automatischer Plattenwechsel braucht in kurzer Zeit viel Luft. Ein passend ausgelegter Druckbehälter fängt das ab: Unser Rechner für die Behältergrösse gibt eine Grössenordnung.
- Leckagen in der Nacht. Ein Netz, das am Wochenende unter Druck bleibt, lässt den Kompressor umsonst laufen. Unser Rechner für Leckagekosten beziffert den Verlust.
Schicken Sie uns die Aufstellungsdatenblätter Ihrer Maschinen mit einer Angebotsanfrage: Wir prüfen Liefermenge und Druck mit Ihnen. Oder geben Sie Ihre Geräte in den Konfigurator ein.
Für Ihre Branche: Kompressor für Druckerei und Verpackung.