Zum Aufpumpen und Montieren von Traktorreifen brauchen Sie vor allem Luftvolumen und eine gute Reserve im Behälter, weniger einen hohen Druck. Ein Kompressor mit rund 1 m³/min auf einem 300-L-Behälter, wie der E 75 HP mit 12,5 bar, pumpt einen grossen Hinterreifen in wenigen Minuten auf und hält die Reserve für das Setzen des Wulstes bereit.
Das Aufpumpen ist nur ein Teil der Arbeit in einer Landtechnik-Werkstatt. Dieser Artikel behandelt einen konkreten Fall: den grossen Landwirtschaftsreifen.
Wie viel Luft braucht ein Traktorreifen?
Die Rechnung passt in eine Zeile: benötigte Luft = Innenvolumen des Reifens × Druckanstieg (in bar).
Der Fülldruck eines Landwirtschaftsreifens ist niedrig: Er hängt von Last, Geschwindigkeit und Einsatz ab und steht in den Tabellen des Reifenherstellers. Das Volumen dagegen ist gross. Für das Beispiel nehmen wir einen Hinterreifen mit rund 1.000 Litern Innenvolumen und 1,6 bar Fülldruck. Das sind Annahmen: Setzen Sie die Werte Ihrer Reifen ein.
- Vollständiges Aufpumpen, von 0 auf 1,6 bar: 1.000 × 1,6 = 1.600 Liter Luft.
- Nachfüllen, von 1,0 auf 1,6 bar: 1.000 × 0,6 = 600 Liter Luft.
- Zeit mit einem Kompressor von 1.050 l/min: rund 1,5 Minuten für das vollständige Aufpumpen, weniger als eine Minute für das Nachfüllen.
In der Praxis dauert es länger: Ventil und Reifenfüller bremsen den Luftstrom. Wer den Ventileinsatz während des Aufpumpens herausnimmt, ist deutlich schneller.
Das Setzen des Wulstes ist eine Frage der Reserve
Beim Montieren muss der Reifenwulst mit einem Schlag an die Felge springen. Dafür braucht es für einige Sekunden einen hohen Luftstrom, mehr als der Kompressor dauerhaft liefert. Diesen Stoss liefert der Behälter.
Beispiel: Ein 300-L-Behälter, auf 12,5 bar gefüllt und bis 8 bar entleert, gibt 300 × 4,5 = 1.350 Liter Luft in sehr kurzer Zeit ab. Diese Reserve macht beim Wulstsetzen den Unterschied, mehr als der Motor. Wenn Sie oft grosse Reifen montieren, erhöht ein zusätzlicher Druckluftbehälter am Reifenplatz die Reserve. Der Rechner für die Behältergrösse hilft bei der Auslegung.
Welcher Kompressor?
- Werkstatt mit festem Reifenplatz: der E 75 HP. Zweistufiger Kolbenkompressor, 12,5 bar, 1,05 m³/min, 300-L-Behälter, auf Rädern. Der hohe Druck füllt den Behälter mit einer grossen Reserve. Er passt zum Aussetzbetrieb: aufpumpen, Wulst setzen, dann ruhen lassen.
- Aufpumpen auf dem Hof oder im Maschinenpark: der M 75. Fahrbarer elektrischer Schraubenkompressor, 1,0 m³/min bei 10 bar, 180-L-Behälter, auf Rädern. Sie fahren ihn zum Traktor, statt einen langen Schlauch zu ziehen. Am Einsatzort braucht er eine Drehstromsteckdose mit 380 V.
- Händlerbetrieb, in dem die Luft den ganzen Tag läuft: der K 75. 4-in-1-Schraubenkompressor mit 420-L-Behälter, Trockner und Filterung. 1,1 m³/min bei 8 bar oder 0,8 m³/min in der 13-bar-Version. Er pumpt Reifen auf und versorgt gleichzeitig Schlagschrauber und Ausblaspistolen der Werkstatt.
Wenn Sie Reifen in grosser Zahl und für verschiedene Fahrzeugtypen montieren, lesen Sie auch unsere Seite zum Reifenservice.
Sicherheit und Fallen am Reifenplatz
- Überschreiten Sie nie den maximalen Montagedruck, den der Reifenhersteller angibt. Ein Kompressor mit 12,5 bar kann ihn weit übertreffen: Setzen Sie einen Druckminderer am Reifenplatz ein.
- Bleiben Sie beim Wulstsetzen ausserhalb der Reifenachse. Nutzen Sie einen Steckanschluss mit Klemme, einen ausreichend langen Schlauch und ein abgesetztes Manometer.
- Prüfen Sie den Druck am kalten Reifen, mit einem genauen Manometer. Bei niedrigem Druck zählen wenige Zehntel bar.
- Entwässern Sie den Behälter. Das Kondensat landet sonst im Reifen und lässt die Felge rosten. Täglich ablassen oder einen automatischen Kondensatableiter einbauen: siehe unseren Artikel zu Wasser in der Druckluft.
- Schützen Sie den Kompressor vor Frost in einer schlecht beheizten Werkstatt.
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