Zum Inhalt springen
Kostenlose Lieferung ab CHF 4'000 exkl. MWSTLieferung in die ganze Schweiz, Frist und Kosten auf Anfrage

Veröffentlicht am 30. Oktober 2026

Welcher Kompressor für eine HVLP-Lackierpistole?

Eine HVLP-Pistole arbeitet mit wenig Druck, braucht aber viel Luft. So lesen Sie das Datenblatt, berechnen den Luftbedarf und wählen einen Kompressor, der mithält.

Eine HVLP-Lackierpistole braucht üblicherweise 300 bis 450 l/min, als Richtwert, bei niedrigem Eingangsdruck, oft um 2 bar. Für einen einzelnen Lackierplatz reicht ein Schraubenkompressor mit mindestens 0,6 m³/min knapp aus; sobald parallel geschliffen wird, ist ein 4-in-1-Kompressor mit 1,1 m³/min wie der K 75 die richtige Wahl. Entscheidend ist nicht der Druck, sondern die Liefermenge, die über den ganzen Spritzgang gehalten wird.

Was ändert HVLP für den Kompressor?

HVLP steht für „high volume, low pressure“: viel Luft bei niedrigem Druck. Die Pistole zerstäubt den Lack mit grossem Luftvolumen, das reduziert den Sprühnebel und bringt mehr Material auf das Teil.

Für den Kompressor heisst das: Der benötigte Druck ist gering, der Luftbedarf aber hoch und dauerhaft. Der klassische Fehler lautet „es reichen ja 2 bar“ und führt zu einem zu kleinen Kompressor. Er erreicht zwar 2 bar, liefert aber nicht genug Luft: Der Druck fällt während des Spritzgangs, die Zerstäubung wird grob und der Farbton schwankt von Teil zu Teil.

Unsere Seite Kompressor für Karosseriebetriebe beschreibt die Druckluftversorgung einer ganzen Werkstatt. Hier gehen wir von der Pistole aus.

Das Datenblatt der Pistole lesen

Drei Werte zählen in der Anleitung einer HVLP-Pistole:

  • Der Luftverbrauch in l/min. Er bestimmt die Grösse des Kompressors.
  • Der empfohlene Eingangsdruck, gemessen an der Pistole, nicht am Kompressorausgang.
  • Anschluss und empfohlener Schlauchdurchmesser.

Steht der Verbrauch in cfm, rechnet unser Umrechner Liefermenge und Druck ihn in l/min um. Ohne Datenblatt setzt unser Konfigurator für eine Lackierpistole 350 l/min als Richtwert an.

Die Rechnung Schritt für Schritt

Nehmen wir eine HVLP-Pistole mit 400 l/min laut Anleitung. Sie bläst während des ganzen Spritzgangs und zählt daher zu 100 %. Die Ausblaspistole zum Abblasen, rund 150 l/min, wird stossweise genutzt: Sie zählt zu 50 %, also 75 l/min.

Fall 1: der Lackierer allein.

  1. HVLP-Pistole: 400 l/min.
  2. Ausblaspistole: 75 l/min.
  3. Summe: 475 l/min.
  4. Mit 25 % Reserve: 475 × 1,25 = rund 600 l/min.

Fall 2: Lackierer und ein Vorbereiter.

  1. HVLP-Pistole: 400 l/min.
  2. Exzenterschleifer: rund 350 l/min, im Dauerbetrieb.
  3. Ausblaspistole: 75 l/min.
  4. Summe: 825 l/min, also rund 1.030 l/min mit Reserve.

Fall 3: Lackierer und zwei Vorbereiter.

  1. HVLP-Pistole: 400 l/min.
  2. Zwei Schleifer: 700 l/min.
  3. Ausblaspistole: 75 l/min.
  4. Summe: 1.175 l/min, also rund 1.470 l/min mit Reserve.

Welcher Kompressor für welchen Fall?

  • Fall 1: der S 55 an der Grenze, der K 75 mit Reserve. Der S 55 liefert 0,6 m³/min bei 8 bar, also 600 l/min: knapp, ohne Reserve für ein zweites Werkzeug. Er kommt ohne Druckbehälter und Trockner und muss ergänzt werden. Der K 75 liefert 1,1 m³/min bei 8 bar, mit integriertem 420-L-Behälter, Kältetrockner und Filtration.
  • Fall 2: der K 75. Seine 1.100 l/min decken die berechneten 1.030 l/min, mit bereits getrockneter Luft.
  • Fall 3: der K 110. 1,7 m³/min bei 8 bar, 340-L-Behälter, gleiche integrierte Aufbereitung.

Für gelegentliche Ausbesserungen kann ein Kolbenkompressor reichen. Wer mehrmals täglich ganze Teile lackiert, hat lange, durchgehende Spritzphasen: Hier passt ein Schraubenkompressor besser. Unser Beitrag zum Unterschied zwischen Kolben- und Schraubenkompressor erklärt, warum.

Typische Fehler bei HVLP

  • Den Kompressor auf 2 bar stellen. Der Kompressor bleibt auf seinem Betriebsdruck, bei diesen Modellen 8 bar. Reduziert wird am Arbeitsplatz, mit Druckminderer und Manometer an der Pistole. So speichert der Behälter ein viel grösseres nutzbares Luftvolumen.
  • Schlauch und Kupplungen. Bei 400 l/min kosten ein zu dünner Schlauch, eine lange Trommel oder eine Schnellkupplung mit kleinem Durchgang Druck vor der Pistole. Halten Sie den Durchmesser des Pistolenherstellers ein und prüfen Sie den Druck bei gezogenem Abzug. Unser Ratgeber zum Anschluss an das Druckluftnetz nennt die Grundregeln.
  • Wasser und Öl. Die Pistole filtert nichts: Was in der Luft ist, landet im Lack. Nötig sind ein Trockner nach dem Kompressor und Feinfilter am Lackierplatz. Siehe unseren Beitrag zu Feinfiltern. Unsere Kompressoren sind öleingespritzt: Die Druckluftklasse am Platz legen Sie mit unseren Technikern nach ISO 8573-1 fest.
  • Der Öler. Kein Öler in der Leitung zur Lackierpistole. Brauchen andere Werkzeuge einen, gehört er in eine eigene Leitung.

Für Ihren eigenen Fall tragen Sie Ihre Werkzeuge in den Konfigurator ein, oder senden Sie uns die Anleitung Ihrer Pistole mit einer Angebotsanfrage: Wir prüfen den Luftbedarf mit Ihnen.

Für Ihre Branche: Kompressor für Karosseriebetriebe.

Angebot anfordern

Ein Projekt, eine Frage?

Wir antworten schnell, das Angebot ist kostenlos. Sagen Sie uns, was bei Ihnen mit Druckluft läuft, und wir nennen Ihnen das passende Modell.

Angebot anfordern