Für eine pneumatische Membranpresse in einer handwerklichen Mosterei oder Cidrerie deckt ein 4-in-1-Schraubenkompressor mit 7,5 bis 11 kW die meisten Fälle ab: Der K 75 liefert 1,1 m³/min bei 8 bar, der K 110 1,7 m³/min. Die richtige Wahl hängt von drei Werten der Presse ab: dem Volumen der Presse, dem maximalen Membrandruck und der Zeit, in der der Druck aufgebaut werden soll. Läuft gleichzeitig die Abfüllung, wird addiert.
Den Druckluftbedarf der übrigen Mosterei, von der Waschanlage bis zur Abfülllinie, behandelt unsere Seite Kompressor für Brauerei und Mosterei.
Hat die Presse schon einen eigenen Kompressor?
Beginnen Sie mit der Bedienungsanleitung. Manche pneumatischen Pressen werden mit eigenem Kompressor geliefert, andere brauchen Druckluft aus dem Betrieb. Ist er eingebaut, versorgt Ihr Betriebskompressor nur die übrigen Maschinen. Sonst nennt das Datenblatt der Presse den Versorgungsdruck und oft den Verbrauch je Zyklus.
Die Rechnung Schritt für Schritt
Gibt das Datenblatt keinen Luftbedarf an, lässt er sich abschätzen. Um eine Membran aufzublasen, braucht man ein Volumen Ansaugluft, das ungefähr dem aufgeblasenen Volumen mal dem Überdruck in bar entspricht.
Schritt 1, das Volumen. Nehmen Sie das Volumen des Pressenbehälters. Das ist eine Obergrenze: Am Ende des Pressvorgangs füllt die Membran den größten Teil des Behälters, der Rest ist Trester.
Schritt 2, der Druck. Nehmen Sie den maximalen Membrandruck laut Hersteller.
Schritt 3, die Anstiegszeit. Das Pressprogramm baut den Druck in Stufen auf. Nehmen Sie den schnellsten Anstieg im Programm.
Schritt 4, die Reserve. Rechnen Sie 25 % dazu, wie unser Konfigurator.
Beispiel einer Presse mit 1.500 Litern, mit 2 bar Membrandruck für das Beispiel und einem Anstieg in 3 Minuten:
- Ansaugluft je Füllung: 1.500 × 2 = 3.000 Liter
- Luftbedarf während des Anstiegs: 3.000 ÷ 3 = 1.000 l/min
- mit 25 % Reserve: 1.250 l/min
Der K 75 (1.100 l/min bei 8 bar) wäre zu knapp. Der K 110 mit 1,7 m³/min bei 8 bar hält diesen Bedarf mit Reserve. Zwischen zwei Anstiegen, in den Halte- und Auflockerungsphasen, sinkt der Verbrauch: Der 340-L-Behälter und die Drehzahlregelung erledigen den Rest.
Diese Rechnung liefert eine Größenordnung. Nennt das Datenblatt der Presse einen Verbrauch, gilt dieser Wert.
Welches Modell für Ihre Mosterei?
| Situation | Bedarf mit Reserve | Modell |
|---|---|---|
| Kleine Presse, langsamer Anstieg, Presse allein | bis 1.100 l/min | K 75, 420-L-Behälter |
| Presse aus dem Beispiel, allein | rund 1.250 l/min | K 110, 1,7 m³/min bei 8 bar |
| Presse und Abfüllung gleichzeitig | über 1.700 l/min | K 150, 2,2 m³/min bei 8 bar |
Beispiel für die letzte Zeile: Presse mit 1.000 l/min plus Abfülllinie mit 500 l/min ergeben 1.500 l/min, mit Reserve 1.875 l/min. Der K 150 deckt das ab.
Und wenn die Presse nur sechs Wochen läuft?
So ist es in vielen Mostereien. Den Kompressor auf die Apfelsaison auszulegen heißt, den Rest des Jahres eine zu große Maschine zu bezahlen. Die Alternative: ein Kompressor für die Abfüllung und die ganzjährigen Maschinen, ergänzt in der Saison durch einen Mietkompressor. Wir vermieten Schraubenkompressoren von 5,5 bis 132 kW.
Trockene Luft, Frost und Filtration
- Wasser in der Membran. Feuchte Luft kondensiert in der Membran und in den Leitungen der Presse. Der in die K-Serie eingebaute Kältetrockner löst das.
- Kälte. Die Mostsaison fällt in Herbst und Winter, oft in kaum beheizte Gebäude. Ein Kältetrockner gehört in einen frostfreien Raum, und Wasser in einer kalten Leitung kann gefrieren: Stellen Sie Kompressor und Trockner warm auf. Unser Beitrag Welchen Drucklufttrockner wählen? erklärt die Grenzen jeder Bauart.
- Filtration. Im Normalbetrieb bleibt die Luft hinter der Membran und berührt den Saft nicht. Eine Membran kann aber reißen. Unsere Kompressoren sind ölgeschmiert: Setzen Sie Feinfilter in die Zuleitung der Presse und legen Sie die Luftklasse nach ISO 8573-1 mit unseren Technikern und dem Pressenhersteller fest.
- Druck. Stellen Sie den Kompressor auf 8 bar. Die Presse hat ihren eigenen Regler für die Membran: Stellen Sie den Kompressor nicht auf den Membrandruck ein.
Vor der Saison
Warten Sie den Kompressor vor den ersten Äpfeln, nicht mitten in der Saison. Erste Wartung nach 500 Stunden, danach alle 1.500 Stunden, mit Erinnerung auf der Steuerung. Unsere Wartungssets fassen die Teile je Modell zusammen. Prüfen Sie nach der Sommerpause auch Kondensatableiter und Leitungsfilter.
Dieselbe Überlegung gilt für eine Traubenpresse, die wir auf unserer Seite Kompressor für den Weinbau behandeln. Für Ihre Mosterei senden Sie uns das Datenblatt der Presse und die Liste Ihrer Maschinen mit einer Angebotsanfrage.
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